Buch: Finden, fördern, freisetzen

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Buch: Finden, fördern, freisetzen 2018-05-05T12:10:37+00:00

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 Einblicke zum Buch: Finden, fördern, freisetzen   

Was ist ein Apostel?

Definition des apostolischen Dienstes„„ Sein Auftrag besteht darin, in neues Land aufzubrechen, um Gemeinden zu gründen, zu fördern und die Botschaft Gottes in der Welt zu proklamieren.„„ Als Gesandter des Königs handelt er aus einer Reich-Gottes-Perspektive mit dem Ziel, alle Lebensbereiche des Menschen mit dem Evangelium zu durchdringen.„„ Er denkt visionär und strategisch. Er spürt Potenziale einer Mannschaft auf und findet Wege, diese zum Wohl der Gemeinde, des Reiches Gottes und der Gesellschaft einzusetzen.

Namentlich bezeugte Apostel des Neuen Testaments

Wie in der Grafik oben zu sehen, werden im Neuen Testament neben den Zwölf mit Paulus mindestens weitere zwölf Personen direkt oder indirekt als Apostel bezeichnet. Damit finden wir im Neuen Testament mit Jesus nicht weniger als fünfundzwanzig als Apostel kenntlich gemachte Personen vor. Es ist frappierend, dass gerade der heute bekannteste Apostel (Paulus) zu seinen Lebzeiten in seinem apostolischen Dienst am meisten hinterfragt wurde.

Apostolische Bewegungen im Frühmittelalter

Die iroschottische Missionsbewegung des frühen Mittelalters war eine apostolische Bewegung, die das europäische Festland wesenhaft veränderte.116 Die phänomenologische Parallelität zwischen den Aposteln des Neuen Testamentes und einigen iroschottischen Mönchen ist so augenscheinlich, dass diese Mönche schon vor Jahrhunderten mit dem Prädikat Apostel versehen wurden. Zu den iroschottischen Mönchen, die als Apostel bezeichnet werden, gehören beispielsweise: „„ Columban von Iona (6. Jh.), »Apostel Irlands« „„ Columban von Luxeuil (7. Jh), »Apostel des Allgäus« „„ Gallus (7. Jh.), »Apostel der Schweiz« „„ Kilian (7. Jh.), »Apostel der Franken« „„ Willibrord (7. Jh.), »Apostel der Friesen« „„ Magnus (8. Jh.), »Apostel des Allgäus« „„ Modestus von Kärnten (8. Jh.), »Apostel von Kärnten«

Damit soll unterstrichen und verdeutlicht werden, dass Apostel nicht bürgerlich gemütliche Gemeindeonkel oder gesellschaftlich nette Weltverbesserer sind. Sie tragen in sich die Beauftragung, das Licht des Evangeliums in oft finstere Strukturen und Machtbereiche zu bringen.

Frauen als Apostel?

Junia als eine Frau im apostolischen Dienst aus:

»Ein Apostel zu sein ist etwas Großes. Aber berühmt unter den Aposteln – bedenke, welch großes Lob das ist! Wie groß muss die Weisheit dieser Frau gewesen sein, dass sie für den Titel Apostel würdig befunden wurde.«61 Auch der Kirchenvater Origenes († 254) nahm an, dass es sich hier um eine Frau handelt, da seiner Meinung nach der Name Junia eine Abwandlung des Frauennamens Julia sei (Röm 16,15).  Ein genauerer Blick in die Kirchengeschichte unterstreicht, dass auch Frauen als »Apostelin« oder »Apostelgleich« genannt wurden. So wird beispielsweise die nach kirchengeschichtlicher Tradition bei Paulus zum Glauben gekommene Christin, Thekla von Iconium, in einer hagiographischen Schrift des 5. Jahrhunderts als »Apostelin« bezeichnet. Hippolyt von Rom († 235) wie auch Hieronymus († 420) nennen Maria Magdalena »Apostelin«, und die Kirchenväter Gregor von Nyssa († 394) wie auch Augustinus († 430) sprechen bei Maria Magdalena von »Apostelgleich« und bezeichnen sie als Frau mit »apostolischer Würde«.

Kirchengeschichtliches Beispiel: Der Apostel Columban

Aus der Kirchengeschichte ist Kolumban aus dem 6. Jahrhundert ein beeindruckendes Beispiel apostolisch proklamativer Verkündigung.

Seine Predigten waren berühmt für ihre lebensverändernde und heilsame Kraft, die sich an keinem Harmoniebedürfnis, sondern an der Wahrheit des Evangeliums orientierten und die Konfrontation nicht scheuten. Die rechts  abgebildete Statue Kolumbans steht am Bodensee in Bregenz vor der Pfarrkirche. Auf der Tafel am Sockel ist zu lesen: »Sage den Menschen Gottes Botschaft, gleichgültig, ob es ihnen passt oder nicht!«

Beispiele zum Sinn der Fünffältigkeit

Der fünffache Drehmoment

„Durch den fünffältigen Dienst wird dann der ganze Leib aktiviert und nimmt Fahrt auf. Wo die Gaben des fünffältigen Dienstes zirkulieren, gerät die Gemeinde in Bewegung. Stillstand ist nicht mehr möglich. Wo Potentiale von Menschen freigesetzt und verbunden werden, tritt unweigerlich eine hohe Dynamik auf.

Licht & Salzwirkung

So entsteht in der Gemeinde eine gesellschaftsrelevante Licht- und Salzdynamik, die nach außen hin in Wort und Tat sichtbar ist. Auf Gemeinden, in denen der fünffältige Dienst zirkuliert, trifft das Wort Jesu zu: »Ihr seid das Salz der Erde. Ihr seid das Licht der Welt« (Mt 5,13f).

Wege zu einer fünffältig geprägten Gemeinde 

Wie fünffältig ist unsere Gemeinde?

→ Wo ist unser Denken von einem Reich-Gottes-Horizont geprägt? „„

→ Können Gemeindemitglieder ihre Gaben entdecken? „„

→ Was hat das, was wir machen, mit unserer Gesellschaft zu tun? „„

→ Wie fördern wir Lebensfelder wie Beruf, Familie, Schule? „„

→ Mit wem aus unserer Stadt arbeiten wir konkret zusammen? „„

→ Was würde fehlen, wenn wir nicht mehr da wären? „„

→ Wie viel Prozent unserer Finanzen fließen in die Außenmission?

→ Wo und wie sind wir mit anderen Bewegungen vernetzten? „

→ Wo fördern wir andere Gemeinden und Werke?

Hilfreiche Fragen 

→ Haben wir die Demut, unsere Bedürftigkeit einzugestehen?

→ „„Heißen wir die apostolische Gabe im Gebet unter uns willkommen?„„

→ Eignen wir uns ein biblisches Bild über den fünffältigen Dienst an?

→ „„Lernen wir von fünffältig begabten Personen?„„

→ Gestehen wir Gabenträgern aus dem fünffältigen Dienst Entwicklungsräume zu?„„

→ Beten wir als Leitung unter Handauflegung für geeignete Personen? „„

→ Haben wir die Möglichkeit so jemanden (Teilzeit?) anzustellen?

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